Bei diesem Format wird der Spieß umgedreht. Statt wie üblich zu beleuchten “Was können wir beim nächsten Mal besser machen?” wird stattdessen die Frage beantwortet “Wie ruinieren wir die nächste Iteration?”.

Retrospektive: Wie ruinieren wir die nächste Iteration?

Ablauf

Als Einstieg zur Rekapitulation der letzten Iteration eignet sich meiner Meinung nach eine Zahlenskala ganz gut. Mit diesem Einstieg gelingt die Überleitung zur Fragestellung der Retrospektive hervorragend:

Statt zu schauen, wie wir auf der Skala weiter nach oben wandern können, beschäftigen wir uns heute einmal damit, wie wir es schaffen, ganz unten auf der Skala zu landen.

Unsere Fragestellung ist heute daher:
Wie schaffen wir es, die nächste Iteration zu ruinieren?

Den Überraschungseffekt dabei finde ich großartig. Lacher sind vorprogrammiert.

Nachdem die Teilnehmer die erste Irritation überwunden und in Ruhe ihre Punkte gesammelt haben, können die Beiträge entweder einfach aufgehängt und vorgestellt werden. Oder aber man lässt die Teilnehmer das Risiko ihrer Punkte bewerten.

Dazu wird an der Wand ein simples Koordinatensystem angebracht. Die X-Achse stellt die Wahrscheinlichkeit dar, die Y-Achse die Gefahr. Das bedeutet, die Teilnehmer stellen ihre Punkte nicht bloß vor, sondern ordnen diese gleichzeitig im Koordinatensystem ein unter den Gesichtspunkten:

  • Wie wahrscheinlich ist es, dass dies eintritt?
  • Wie gefährlich ist es, wenn dies eintritt?

Koordinatensystem zur Risikobewertung

Anschließend können im weiteren Verlauf entweder die sehr wahrscheinlichen und/oder die sehr gefährlichen Punkte diskutiert werden. Vielleicht gibt es aber auch Uneinigkeit bei der Einordnung von Punkten, was ebenfalls eine wertvolle Diskussionsgrundlage sein kann.

Fazit

Ich habe dieses Format bereits in drei verschiedenen Teams ausprobiert und gute Erfahrungen damit gemacht. Ganz übertrieben pessimieren zu dürfen, hat den meisten Teilnehmern sichtlich Spaß gemacht und Kreativität entfesselt.

Dieses Format ist jedoch sicherlich mit Bedacht einzusetzen. Je nach Team und/oder Situation kann die übertrieben pessimistische Herangehensweise eventuell zu (noch mehr) Frust führen.


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Frau Lyoner